Vernünfig

Zwischen 5h50 und 6h45 heute morgen war ich sehr vernünftig. Obwohl es frisch war, bin ich unter Polizeischutz nach Hause gelaufen, da ich merkte, dass mir die frische Luft besser täte als eine Taxifahrt.

Als ich dann zu Hause war, schaffte ich es trotz > einem GinTonic, mich ordentlich abzuschminken und Zähne zu putzen. Dabei hätte ich auch direkt ins Bett fallen können.

Vermutlich ist das dieses Alter …

Ohne Schuhe

Ich habe einen sehr bunten Freundeskreis. Das ist sehr schön. Das gibt viel Input und auch spannende Konstellationen. Manchmal auch konstellationsbedingte Spannungen. Und es ergeben sich daraus interessante Möglichkeiten:

So durfte ich heute zum ersten Mal in einem Porsche 911 mitfahren.* Und der midi-monsieur gleich mit. Obwohl er das zuerst gar nicht wollte. Denn als ich ihm erzählte, dass wir heute mit der einen Freundin zusammen Auto fahren würden, war er nicht begeistert. Dazu musste ich ihm auch noch erzählen, dass er in dem Auto nicht essen dürfe und dass er die Schuhe ausziehen müsste. „Mama, dann will ich lieber mit dem Zug fahren“, bekam ich da nur zu hören. Das ließ ich erst mal so stehen.

Als wir uns dann heute allerdings dem Auto näherten, fing er dann aber doch an zu grinsen. Als es dann auch noch hieß, dass wir – zumindest einen Teil der Strecke – mit offenem Verdeck fahren würden, hatte er seinen Zugwunsch schon fast vergessen.

Wir versenkten unser Minimal-Gepäck in den „Kofferraum“** und dann bauten wir das Kind auf einem der beiden Rücksitze ein. Ohne Schuhe. Und genug Platz hatte er auch.

Dann ging es los. Mit ohne Dach und mit einem leichten Röhren und mein Kind sagte nur: „Krass“, und grinste von einem zum anderen Ohr.

Ich gebe ja zu, dass ich auch Spaß an schnellen Autos habe (auch wenn ich nie eins besitzen möchte/ muss), aber die Freude des midi-monsieurs war schon besonders. Und ich fürchte ein bisschen, dass sich heute ein sehr spezieller Wunsch im Kopf des midi-monsieurs festgesetzt hat.

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* Ich wollte zuerst schreiben, zum ersten Mal überhaupt im Porsche. Aber das stimmt nicht.
** Wie nennt man das denn beim Porsche. Der ist ja vorne. Obwohl es ja auch ein Raum für Koffer ist.

Kontrolle

Auf Twitter hat es die eine oder der andere bestimmt schon vermutet: Ich hatte ein Date. Ja, mit einem Mann.

Wir hatten zuvor zwei Wochen schriftlichen Kontakt. Sehr netten Kontakt. Es war lustig, unkompliziert, ein bisschen flirty und charmant. Gut erträglich. Nicht aufdringlich. Auch wenn ich zweimal innerlich zusammenzuckte ob seiner Einstellung zu SocialMedia und Handy allgemein.

Wir fanden beide die Idee gut, uns mal zu treffen und so organisierte ich mir kindfrei.

Klar war ich nervös. Das war mein erstes Date seit der Trennung vom Kv. So ganz sicher war ich mir nicht, ob das eine gute Idee ist, eventuell doch wieder einen Mann in meinem Leben zu haben. Ich führte viele Diskussionen mit mir. Und rief mich zur Ordnung, nicht zu viele „Was wäre wenn“s zu durchdenken, die alle total hypothetisch waren. Erst nach dem Treffen würde ich schlauer sein.

Genau genommen war ich schon zu Beginn des Dates schlauer: Er ist einfach nicht mein Typ. Und je länger der Abend ging, desto klarer wurde das für mich. (Wobei gleichzeitig auch sehr klar wurde, dass es sich umgekehrt genau gegenteilig verhielt.) Dieser Mann könnte mit mir nicht Schritt halten. Ich weiß genau, dass ich über kurz oder lang extremst genervt wäre von seiner kontrollierten Herangehensweise ans Leben. Außerdem ist er viel zu lieb und nett.

Vermutlich hätte ich den Abend früher abbrechen sollen, dann hätte ich mich Tags drauf nicht so gefühlt:

Fundstück

Gestern suchte ich ja nach der Abizeitung. Dazu ging ich in den Keller. Weil ich sie in einer bestimmten Kiste vermutete. In einer Kiste, die während der Zeit mit dem Kv möglichst weit entfernt von seinem Zugriff war. Denn in dieser Kiste sind meine Erinnerungen: Tagebücher, Agenden, (Liebes-)Briefe, Liste, Erinnerungsstücke, Fotoalben. Ich dachte, es sei eine Umzugskiste mit mehreren Kisten. Aber im Keller war die nicht.

Ich durchforstete die Wandschränke in Schlaf- und Gästezimmer und fand drei Kisten: einen Schuhkarton mit den Erinnerungen (v.a. Briefe, Kassetten) an Verflossene, eine mittelgroße Kiste mit den Tagebüchern, meinen ersten Schulheften und eine noch größere mit Büchern und Fotoalben (Hochzeitsbilder).

Die Abizeitung fand ich in der mittleren Kiste. Dochdoch, ich musste sehr schmunzeln beim Durchblättern. Aber dann hatte mich der Erinnerungswahn gepackt und ich guckte auch in den anderen Kisten näher nach. Von den Fotoalben in der großen Kiste kam ich darauf, dass ich noch weitere Fotos haben müsste, die ich ganz oben im Schrank vom midi-monsieur fand.

In der kleinen Kiste waren also die Verflossenen: viele Briefe, Mixed-Tapes (ja, damals in den 1990ern machte man das noch so), ein paar Fotos (hatte den Ex gar nicht so hübsch in Erinnerung), das Stammbuch, der Ehering und ein ausgerissener Focus-Artikel von 2001.

Dazu kam es, weil eine Freundin von mir den Redakteur kannte und der wiederum auf der Suche war nach Menschen, die sich – tadaaa – im Internet kennengelernt hatten. Und darüber einen Artikel schreiben wollte. Ja, das war auch schon 2001 möglich. Aber bei uns war es ja sogar noch früher: 1998.

Das war aber keine Singlebörse, sondern ein kleiner Chat einer in Bremen ansässigen Brauerei, die das damals aus Marketing-Gründen anbot. Ich kam zu dem Chat über eine Verkettung mehrerer Zufälle: Zwei Kommolitionen fuhren nach Bielefeld zu einem Chatter-Treffen. Ich fuhr mit, damit ich mal wieder meine Eltern sehen konnte. Weil das Chatter-Treffen auf dem Weg zu meiner Abendverabredung lag, guckte ich auf ihre Einladung hin vorbei. So lernte ich erst die echten Menschen hinter dem Chat kennen. Spontan gab ich mir einen Nick, der mich seitdem begleitet, und als ich gerade am Gehen war, kam er. Ich fand ihn auf den ersten Blick toll, fragte Tags drauf die Kumpel aus und loggte mich tatsächlich mit meinem Nick ein. Man unterhielt sich, man flirtete, man telefonierte, man traf sich und man kam zusammen. Nach anderthalb Jahren wurde aus Gründen und weitere anderthalb Jahre später (genau drei Jahre nach dem ersten Date) fürs Gefühl geheiratet.

Kurz vor der kirchlichen Hochzeit war dann auch das Fotoshooting für den Focus-Artikel. Und der Fotograf war echt anstrengend und nicht von vor Ort und so ein richtig gutes Bild ist auch nicht dabei rumgekommen. Ich bin nur froh, dass ich ihm die Folien-Herzballons ausreden konnte.

In Erinnerungen versunken

Wer mir auf Twitter folgt kennt das Folgende schon:

Tja, da fehlt eigentlich nur noch ein Schwangerschaftsbild. Aber leiderleider: